Jedes Auto, das in der EU neu zugelassen wird, ist nach einer Euro-Abgasnorm gebaut – einem gesetzlichen Grenzwert dafür, was aus dem Endrohr kommen darf. Die Abgasnorm Ihres Fahrzeugs entscheidet darüber, welche Ersatzteile für die Abgasreinigung dafür genehmigt sind, und mancherorts auch darüber, wo Sie fahren dürfen.
Die Normen im Überblick
Die Euro-Normen wurden seit ihrer Einführung, zusammen mit der Katalysatorpflicht für neue Benziner, stetig verschärft. Die Jahreszahlen unten geben an, ab wann die jeweilige Norm für Neuzulassungen von Pkw galt (für neue Fahrzeugtypen galt sie etwas früher):
| Norm | Neuwagen ab | Was sie in der Praxis bedeutete |
|---|---|---|
| Euro 1 | 1993 | Katalysator wird für neue Benziner Pflicht |
| Euro 2 | 1997 | Strengere Grenzwerte für CO und für HC+NOx zusammen |
| Euro 3 | 2001 | Getrennte Grenzwerte für HC und NOx; Prüfung mit Kaltstart |
| Euro 4 | 2006 | Grenzwerte für NOx und Partikel halbiert; erste DPF |
| Euro 5 | 2011 | Partikelgrenzwerte machen den DPF bei Diesel praktisch zum Standard |
| Euro 6 | 2015 | Starke NOx-Senkung bei Diesel – AdBlue-/SCR-Systeme kommen; Benziner folgen mit OPF |
Benzin- und Dieselmotoren erzeugen unterschiedliche Emissionen, deshalb legt jede Norm für jeden Kraftstoff eigene Grenzwerte fest – ein Grund, warum Abgasreinigungsteile für Benziner und Diesel nicht austauschbar sind.
Warum Ihre Euro-Norm beim Teilekauf zählt
Die Euro-Norm gehört zum Fahrzeug, und Ersatzteile für die Abgasreinigung müssen für das Fahrzeug mit dieser Norm genehmigt sein. Teile, die nach verschiedenen Normen genehmigt sind, können äußerlich identisch aussehen – die Unterschiede liegen im Inneren. Wählen Sie das Teil deshalb immer nach Fahrzeug und Motor aus (unsere Teilesuche erledigt das für Sie), nicht nach Aussehen oder Maßen, und prüfen Sie die Euro-Norm auf der Produktseite. Mehr zur Rechtslage lesen Sie in Katalysator und DPF mit Typgenehmigung: Was das Gesetz verlangt.
Umweltzonen und Fahrverbote
Viele Städte in Europa schränken die Zufahrt für Fahrzeuge mit höherem Schadstoffausstoß ein oder verlangen eine Gebühr, und maßgeblich ist dabei die Euro-Norm. In Deutschland brauchen Sie in einer Umweltzone die grüne Feinstaubplakette; sie erhalten in der Regel Benziner ab Euro 1 mit geregeltem Katalysator und Diesel ab Euro 4 (oder Euro 3 mit nachgerüstetem Partikelfilter). Viele Städte haben ihre Umweltzonen inzwischen aufgehoben, einzelne haben Fahrverbote für ältere Diesel verhängt, und die Regeln unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. Im Ausland gelten eigene Systeme – die Londoner ULEZ etwa verlangt mindestens Euro 4 bei Benzinern und Euro 6 bei Diesel, um die Tagesgebühr zu vermeiden. Wenn Sie regelmäßig in Städte fahren, sollten Sie Ihre Euro-Norm kennen, bevor sie zur teuren Überraschung wird.
So finden Sie die Euro-Norm Ihres Fahrzeugs
- Sehen Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) nach: Feld 14 nennt die Emissionsklasse, Feld 14.1 die zugehörige Schlüsselnummer.
- Anhand dieser Schlüsselnummer ermitteln die Stellen, die Feinstaubplaketten ausgeben (Zulassungsbehörden und Prüforganisationen), auch die Schadstoffgruppe Ihres Fahrzeugs.
- Im Zweifel ist das Erstzulassungsdatum in der Tabelle oben eine verlässliche Faustregel, und Ihr Händler oder der Hersteller kann die Norm anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) bestätigen.
Teil finden: Bei jedem Teil steht die Euro-Norm, für die es katalogisiert ist. Sehen Sie sich Katalysatoren, DPF, Einheiten aus Katalysator und OPF für Euro-6-Benziner und Einheiten aus SCR-Katalysator und DPF für Euro-6-Diesel an, oder suchen Sie Ihr Fahrzeug.